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Gebrauchsanweisung Via Ferrata

Eine international anerkannte, einheitliche Schwierigkeitsbewertung für Klettersteige gibt es bis heute noch nicht. In den letzten Jahren hat sich in Österreich jedoch die fünfzeilige Buchstabenskala von A bis E durchgesetzt. Aufgrund ihres großen Bekanntheitsgrads verwenden auch wir sie auf unserer Homepage.
Die Definition der Schwierigkeitsbewertung wurde dem Buch von Csaba Szépfalusi "Klettersteig-Guide Österreich" entnommen. Diese Definition lehnt sich wiederum an das Buch "Klettersteige und leichter Fels - Österreich Ost" von Kurt Schall an.

An dieser Stelle jedoch noch einige Bemerkungen zur Qualität der Absicherungen auf den hier vorgestellten Klettersteigen: Bei allen hier vorgestellten Klettersteigen fanden wir zum Zeitpunkt der Begehung Klettersteiganlagen vor, die gut in Schuss waren. Sollte sich bei einem Klettersteig daran etwas ändern, werden wir dies sofort auf unserer Homepage posten. Trotzdem können wir natürlich nicht in die technischen Anlagen hineinschauen.Insofern können wir keine Gewähr auf die Sicherheit der Anlagen übernehmen. Da man vor allem auf den italienischen und slowenischen Klettersteigen doch ab und zu Bekanntschaft mit einem losen Eisenstift machen kann, empfiehlt es sich sowieso, nie sein ganzes Körpergewicht einem einzigen Eisenstift anzuvertrauen.

Und jetzt noch kurz was zur Gefährlichkeit von Klettersteigen: Also ohne Klettersteigsets sind Klettersteige mittlerweile tabu! Das weiß aber wohl eh schon jeder. Doch auch mit Klettersteigsets ist im Falle eines Sturzes mit schweren Verletzungen zu rechnen. Also: einfach langsam steigern und einfach nicht stürzen. Sorry, wissen wirklich die meisten, aber ist uns ein Anliegen. Zu oft werden Klettersteige in den letzten Jahren unterschätzt.
Ein anderes Problem ist aber erst seit kurzem bekannt: Kinder mit Erwachsenen-Klettersteigsets sind bei einem Sturz akut lebensgefährdet. Die heute erhältlichen Klettersteigssets sind einfach nicht auf das viel geringere Körpergewicht von Kindern ausgelegt, weshalb ein Sturz von Kindern mit so einem Set einfach lebensbedrohlich ist. Solange also keine speziell für Kinder ausgelegten Klettersteigssets am Markt erhältlich sind, sollten Kinder immer zusätzlich von oben wie bei Felsklettern gesichert werden. Wobei zu hoffen ist, dass sich da zur nächsten Saison schon einiges am Markt tun wird.

So, nun zur Definition:

A = leicht

Einfache gesicherte Steige. Angelehnte (längere) oder senkrechte (kurze) Leitern und Eisenklammern zumeist im nicht sehr steilen Gelände. Stahlseil oder Geländer oft als Handlauf. Vereinzelte Stellen können bereits ausgesetzt, aber einfach zu begehen sein (z.B. Felsbänder). Das Gelände wäre auch ohne Sicherungen leicht zu begehen (Ausnahme: Leitern über kleine Wandstufen) und weist gute Tritte und Griffe auf. Im Allgemeinen ist für trittsichere, schwindelfreie Begeher noch keine Selbstsicherung erforderlich. Für Jugendliche und Anfänger sehr gut geeignet.
Beispiel: Kärntner Storschitz über „Krainersteig“

B = mäßig schwierig

Steileres Felsgelände mit teilweise kleintrittigen, ausgesetzten Passagen. Senkrechte längere Leitern, Eisenklammern, Trittstifte oder Ketten. Manche Passagen bereits anstrengend und etwas Kraft raubend. Auch routinierte Begeher sollten trotz mäßiger technischer Schwierigkeit wegen der erhöhten Absturzgefahr eine Selbstsicherung verwenden. Für Jugendliche und Anfänger gut geeignet.
Beispiel: Koschutnikturm „ÖTK-Steig“ über leichtere Variante

C = schwierig

Steiles bis sehr steiles Felsgelände. Größtenteils kleintrittige Passagen, die fast immer ausgesetzt sind. Senkrechte bis leicht überhängende Leitern, Eisenklammern und Trittstifte, die mitunter auch weiter auseinander liegen können (eventuell Reichweitenproblem für kleinere Begeher!). Oft senkrechte und nur mit einem Stahlseil gesicherte Abschnitte. Teilweise bereits ziemlich Kraft raubend. Längere Anstiege in diesem Schwierigkeitsgrad zählen bereits zu den großen Klettersteig-Touren. Für Jugendliche und Anfänger nur noch bedingt geeignet (bei entsprechend guter allgemeinen körperlichen Verfassung).
Selbstsicherung ab diesem Schwierigkeitsgrad üblicher Standard.
Beispiel: Hohe Leier „Bella-Vista-Klettersteig“

D = sehr schwierig

Senkrechtes, oft auch überhängendes Felsgelände. Eisenklammern und Trittstifte liegen vielfach weit auseinander. Mitunter unangenehme Kraft raubende Umhängeposition bei der Bedienung der Selbstsicherung. Vielfach kleine Tritte und Reibungsplatten. Sehr ausgesetzter und steiler Fels, der oft nur mit einem Stahlseil gesichert ist. Längere senkrechte bis überhängende Passagen, wobei ein gehöriges Maß an Armkraft und auch ein guter gesamtkörperlicher Trainingszustand erforderlich ist. Klettererfahrung für Kraft sparende Bewegungsabläufe und für die Benutzung der geeigneten natürlichen Griffe und Tritte vorteilhaft. Eine zusätzliche Bandschlinge kann sehr hilfreich sein bei der Bewältigung von Einzelstellen und zum spontanen Ausrasten. Für Jugendliche und Anfänger nicht geeignet.
Beispiel: Lärchenturm-Klettersteig

E = extrem schwierig

Senkrechtes, oft auch (mitunter stark) überhängendes Felsgelände. Anhaltend höchste Ansprüche an Moral, Technik und Kraft. An Maximalkraft-Stellen oft nur 1-2 Versuche möglich. Turnerische Gewandtheit sehr vorteilhaft. Den Spezialisten vorbehalten. Dieser Schwierigkeitsgrad kommt bei modernen Klettersteigen zunehmend häufig vor, zeigt aber so manchem Begeher seine Grenzen auf! Es gelten in erhöhtem Maß alle Angaben wie unter "D" beschrieben.
Beispiel: Türkenkopf-Klettersteig (D/E), Fallbach-Klettersteig

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